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Agrarbiotechnologie-Landwirtschaft der Zukunft
Vor dem Hintergrund bevorstehender Änderungen in der EU-Förderpolitik und der kleinzelligen Raumaufteilung Österreichs kann das Entwicklungspotential der Agrarbiotechnologie gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Wie Landwirtschaft in einer wissensbasierten Gesellschaft aussehen könnte, wird in einer Reihe von Forschungseinheiten erarbeitet, wobei auch die notwendige Grundlagenforschung am Programm steht.
Die Ausschöpfung der Biodiversität beginnt bei alten Kultursorten, wobei molekulare Methoden Voraussetzung für eine effiziente Selektion je nach Standorteignung oder forstwirtschaftlicher Zielsetzung sind. In vivo- oder in vitro-Genbanken bilden das Reservoir für die weitere Nutzung, die Vermehrung über Gewebekultur die Voraussetzung für wirtschaftliches Arbeiten.
Ohne Molekularbiologie ist die Qualitätsprüfung von Saatgut und Pflanzenmaterial nicht mehr denkbar. Viel Aufmerksamkeit liegt auch auf der Herstellung virus-freier beziehungsweise virus-resistenter Pflanzen. Erreicht wird das über Resistenzzüchtung in Kombination von konventionellen und molekularen Selektionsmethoden (z.B. Ölkürbis, Fusarium-resistenter Weizen), aber auch über transgene Veränderungen. Auf diese Weise wurden Marillen und Weinreben gegen Viruskrankheiten resistent gemacht. Nun läuft entsprechende Sicherheitsforschung. Der Pflanzenschutz soll auch über die Forcierung von Nützlingen, also "Schädlingen von Schädlingen", weiterentwickelt werden. Der Einsatz von Pflanzen für die Produktion pharmazeutischer Wirkstoffe steht ebenso am Programm wie Kartoffeln mit geänderten Inhaltsstoffen.
Biotechnologische Methoden in der Tierzucht werden unter anderem für moderne Reproduktionstechnologien eingesetzt, die aus Gründen der Konkurrenzfähigkeit, aber auch für die Erhaltung des agrarhistorisch wertvollen Genpools einzelner Rinderrassen notwendig sind. Gentransfer wird weiters zur Entwicklung neuer Tiermodelle eingesetzt. Kaninchen und Rinder kommen auch als "Bioreaktoren" für die Herstellung großer Mengen transgener Produkte wie Blutgerinnungsfaktoren oder Antikörper zum Einsatz. Für zahlreiche rekombinante Proteine bietet die Milchdrüse als "Produktionsort" besondere Vorteile für die Aufreinigung.
Ansprechpartnerin: Prof. Margit Laimer (IAM, BOKU, Wien)
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